Was ist die Davis-Autismus-Arbeit?

Der Einfachheit halber haben wir uns innerhalb der Davis-Autismus-Arbeit dazu entschlossen, den Begriff “Autismus” als Überbegriff für Autismus, Asperger Syndrom (AS), Hoch funktionaler Autismus (HFA) oder tiefgreifende Entwicklungsstörung – ohne weitere Spezifizierung (PDD-NOS - englisch) zu verwenden. Wir hoffen, dass das für Sie akzeptabel ist.

Kind mit Lupe

Die Davis-Autismus-Arbeit ist ein nicht-invasiver, behutsamer Ansatz mit der Absicht, autistische Menschen vollständiger am Leben teilhaben zu lassen. Dieses individuelle Einzelprogramm kann von einem Davis-Autismus-Begleiter/Coach, von einem Elternteil oder einer nahestehenden Person vermittelt werden, die von einem Davis-Autismus-Coach bei Bedarf trainiert und unterstützt werden kann.

 

Das Programm bezieht viele der von Ronald D. Davis erprobten und zuverlässigen Methoden mit ein, die weltweit erfolgreich seit über 30 Jahren für ein “anderes Lernen” bei Lernproblemen eingesetzt werden. Ron Davis selbst hat in dieser Zeit immer wieder erfolgreich mit autistischen Menschen gearbeitet und macht nun den Davis-Autismus-Ansatz anderen Menschen zugänglich.

 

Der Davis-Autismus-Ansatz ist ein dreiteiliges Programm:

Erstens: Individuation – Ein Bewusstsein des eigenen Selbst erschaffen.

Individuation findet in der frühen Kindheit statt, wenn ein Kind sich darüber bewusst wird, dass es ein eigenständiges Individuum ist, mit eigenen Ansichten und Gefühlen, die sich von denen anderer unterscheiden. Normalerweise passiert das bei etwa 2-jährigen Kindern, die eine Wahrnehmung von sich selbst als Individuum entwickelt haben, eigene Meinungen vertreten und deshalb auch Vorschläge oder Bitten Anderer zurückweisen. Wir bezeichnen das als die Trotzphase, obwohl wir wissen, dass es ein gesunder und erwünschter Entwicklungsschritt ist! Autistische Kinder scheitern entweder daran, diesen Entwicklungsschritt abzuschließen oder machen Rückschritte, nach einigen Entwicklungsschritten in diese Richtung.

 

Um sicher zu gehen, dass der Entwicklungsprozess abgeschlossen ist und wir unseren  Ausgangspunkt erreicht haben, nutzen wir einen zweiteiligen Prozess:

  • Als erstes unterstützen wir die Personen dabei, den Zustand des Orientiertseins in dieser Welt zu finden.  Alle ihre Sinne benötigen ein aufeinander ausgerichtet sein, so dass sie sich ihrer Umwelt bewusst sein können und eine treffende Wahrnehmung  der Welt erleben. Wir benutzen eine Reihe von Orientierungsmethoden, auditiv, visuell oder kinästethisch (die Bewegungswahrnehmung  betreffend), abhängig von den individuellen Stärken der Person.
  • Dann helfen wir der Person, ein Modell zu entwickeln, welches sie selbst im nächsten Schritt des Prozesses repräsentieren kann.

 

 

Zweitens: Identitätsentwicklung – die „natürlichen Lebensprinzipien“ entdecken

Knetfigur: Change

Veränderung

Identitätsentwicklung bezieht sich auf den Lernprozess, der normalerweise stattfindet, wenn Kinder wachsen und inhaltliche Konzepte begreifen, die ihnen helfen, zu verstehen, wie die Welt funktioniert und wie sie selbst funktionieren. Wenn Personen oft desorientiert sind, dann lernen oder verstehen sie viele dieser grundlegenden Inhaltskonzepte, dieser „Lebensprinzipien“ nicht vollständig. Dadurch haben sie keine gute oder komplette Vorstellung davon, wie Dinge funktionieren und wie sie in die Welt passen. Beispielsweise kann es sein, dass sie die Bedeutung von „Veränderung“ und „Konsequenz“ nicht verstehen und deshalb immer wieder die gleichen Verhaltensweisen wiederholen, in der Annahme, dass diese zu unterschiedlichen Ergebnissen führten. Sie verstehen möglicherweise auch „Autorität“ nicht und weisen deshalb jede Autorität zurück und erkennen nur ihre eigenen Bedürfnisse an. So wie es kleine Kinder normalerweise tun.

 

Identitätsentwicklung stattet eine Person mit einer Wahrnehmung für sich selbst und für ihren Platz in der realen Welt mit deren Ursachen und Wirkungen aus. Es gibt etwa 30 inhaltliche Begriffe, die in dieser Phase erarbeitet werden, beginnend bei „Veränderung“ bis zu hin zu „Verantwortung“.

 

Diese “Lebenskonzepte” werden in einer Geschwindigkeit entdeckt, die der betreffenden Person angenehm ist. Als generelle Richtlinie gilt „Ein Begriff pro Tag“. Dies kann jedoch beschleunigt oder auf mehrere Monate ausgedehnt werden, ganz nach Bedarf.

 

Jeder Begriff wird vorgestellt, indem ein Modell aus Knetmasse erstellt wird. Der Begriff wird dann in der Umgebung erforscht. Ziel ist es, Verständnis durch das Sammeln von Erfahrungen an Beispielen aus dem echten Leben aufzubauen.

 

Wenn ein Begriff vollständig verinnerlicht wurde, können wir zum nächsten übergehen, da wir dafür eine solide Basis geschaffen haben. Wir haben große Erfolge mit Menschen erzielt, die als hoch funktionale Autisten diagnostiziert wurden. Sobald die Orientierungsmethoden integriert wurden, können mit Geduld und Einfühlungsvermögen allerdings auch all jene wesentliche Fortschritte erzielen, deren Sprach- und Bewegungsfähigkeiten eingeschränkt sind.

 

Drittens: Soziale Integration – Beziehungs-Begriffe

Soziale Integration ist der abschließende Bereich, der vermittelt wird. Sobald eine Person eine Wahrnehmung für ihren Platz in der Welt entwickelt hat, ist sie dazu bereit zu verstehen, wie Beziehungen funktionieren und zu lernen, wie sie selbst in die Welt der Menschen passt. Dies ist der letzte Schritt im Davis-Autismus-Programm. Auch hier werden die Begriffe durch das Erstellen von Knetmodellen erforscht und diese Modelle mit Erfahrungen aus dem echten Leben abgeglichen.

 

 

Originaltext: Ein Überblick von Lorna Timms, Leiterin Davis Autism International, siehe:

 

 

© Fotos der Knetmodelle R. D. Davis

 


Die Bezeichnung “Davis®-Autismus-Ansatz” ist gesetzlich von Ronald D. Davis als Markenzeichen geschützt. Die kommerzielle Verwendung dieses Markenzeichens als Kennzeichnung von pädagogischen,
therapeutischen oder Beratungsangeboten erfordert die Lizenzierung durch den Warenzeichenhalter.

 

Für weitere Informationen siehe: www.davisautism.com

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